Die Haute Randonnée Pyrénéenne

Das ist ein sehr persönliches Projekt für mich, trotzdem will ich es mit euch teilen. Vor allem wie ich an das Projekt heran gegangen bin und warum. Schreib mir unten einen Kommentar oder folg mir auf mastodon... Bis im August⛰️
23. Juni 2026
Start Datum
~6 Wochen/44 Etappen
Projekt Laufzeit
763km
Gesamtdistanz
42.510Hm
Höhenmeter
Finished
Status
Birk
Autor
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Motivation: Einfach nur Warum?
Im letzten Jahr habe ich mich gefragt: „Was hält dich noch davon ab jetzt sofort mit Jessy einen Hof zu gründen und die Pläne für den HAFH in die Realität umzusetzen?“ Dieser Gedanken-Spaziergang führte mich irgendwann zu der Frage ob es Dinge gibt, die ich noch tun möchte bevor ich mich langfristig an ein Projekt, an einem festen Ort, binde, in das ein Großteil meiner Lebenszeit und -energie fließen wird und ich Verantwortung für Tiere, Land & Menschen tragen werde. Eine dieser Dinge war einen Winter auf einer abgelegenen Hütte in den Bergen zu verbringen. Eine weitere ist bereits ein langjähriger Wunsch, der sich in einem Tiefpunkt meines Lebens formte und sich seitdem zwar gewandelt, in seinem Ethos jedoch beständig geblieben ist: Eine Solo-Weitwanderung. Dass beide Projekte Elemente der Einsamkeit und ein Erkunden der eigenen Fähigkeiten aufweisen ist kein Zufall. Ich bin schon immer ein sehr unsicherer Mensch gewesen, mit sehr ausgeprägten Stärken diese Unsicherheit zu überspielen. Ich vertraue Nichts und Niemandem einfach so und mir fällt es schwer Kontrolle abzugeben. So zu leben kann auf Dauer sehr anstrengen sein. Vertrauen entsteht durch Erfahrung, auch Selbstvertrauen. Zu erfahren, dass ich weiter gehen kann als ich mir zutraue, Situationen überstehen kann in denen man keine Kontrolle hat und dass ich auch ohne mir vertraute Menschen ein Gefühl von Sicherheit entwickeln kann, motivieren mich zu diesen Projekten.
Worum geht's genau in dem Projekt?
Meine Vorbereitung
Physische & psychische Vorbereitung
Meine physische und psychische Vorbereitung hat bereits im Dezember 25 begonnen. Die Entscheidung für den HRP fiel etwas später, im Februar 26. Schnell war klar, das der optimale Zeitraum zwischen Ende Juni und Mitte August 26 wäre. So sollte der meiste Schnee im Hochgebirge weggeschmolzen sein bis ich dort ankomme und gleichzeitig meide ich die einsetzenden Niederschläge des Herbsteinbruchs. Die Tour von West nach Ost zu gehen begünstigt diese Strategie, da ich so etwas später erst ins hohe Gebirge komme. Während meiner Zeit auf der Jenatsch habe ich das Training intensiviert und strukturiert. Lange Skitouren mit vielen Höhenmetern bei niedriger Intensität und hoch-intensive Einheiten mit den Langlaufski im Tal, ein polarisiertes Trainingsmodell, für die die es interessiert. Dazu Kräftigung und Yoga. Außerdem konnte ich die Zeit sehr gut nutzen um Erfahrungen mit Solo-Begehungen im alpinen Gelände zu sammeln und mich mit den Risiken und psychischen Herausforderungen auseinanderzusetzen. Nach der Saison wollte ich die Vorteile der Höhenadaption ausnutzen und Ende April mit viel Volumen trainieren. Es fing gut an, doch dann zog ich mir Mitte Mai bei der ersten Einheit auf dem Rad eine Knieverletzung zu. Auch nach Wochen wurde es nicht besser, also musste ich mir hier vor Ort in Südfrankreich noch Hilfe suchen. Eine Osteopathin sagte mir dann, dass Knieschmerzen oft dann auftreten wenn wir Angst haben nicht anzukommen. Ach was? Aber ganz ehrlich, die Behandlung hat echt geholfen. Kurz vor dem Start der Tour fühlt sich das Knie wieder stabil an. Zwar konnte ich mich im letzten Monat nicht wie geplant vorbereiten aber dafür hat es mich an einer anderen Stelle weitergebracht: Meine Erwartungen zurückzuschrauben und gelassener in die Tour zu starten. Von Tag zu Tag schauen was geht und dafür jeden Moment genießen zu können, auch mit dem Wissen im Hinterkopf, dass ich womöglich nicht weit kommen werde.
Food & Nutrition
Wer schon mal Trekkingnahrung gegessen hat weiß, dass „Kann man essen“ kein Kompliment ist, außer in manchen Teilen Deutschlands. Aber ehrlich, es gibt vieles was daran unbefriedigend ist: Der Geschmack, die Inhaltsstoffe, der Müll, die geringe Menge und Energiedichte und der Preis. Ich habe schon länger mit dem Gedanken gespielt so etwas für eigene Abenteuer einfach selbst zu machen. Und der HRP ist der perfekte Anlass dafür: Ich muss über einen längeren Zeitraum genug Energie und Nährstoffe zu mir nehmen, gesund bleiben und mir sollte die Lust aufs Essen nicht verloren gehen. Also setzte ich mir die Herausforderung abwechslungsreiche Verpflegung für 44 Tage vorzubereiten, 100% Bio, wegen der Haltbarkeit ausschließlich vegan und mit einer hohen Kalorien- und Nährstoffdichte. Ich werde vermutlich bei einem täglichen Kalorienbedarf zwischen 3500 bis 4000 kcal landen. Mein Ziel ist mit drei Mahlzeiten täglich 3500 kcal zu decken, der Rest muss aus Reserven kommen :) Und um das zu schleppende Gewicht im Rahmen zu halten sollte alles was ich dabei habe mehr als 4kcal pro Gramm haben. So akkumulieren sich in meinem Rucksack pro Tag also nicht mehr als 875g Essen.
Zum Frühstück gibt es eine von sechs Porridge Variation mit Nüssen und Früchten. Als Mittagssnack einen Kaffee und eine Mischung aus salzigen Nüssen, Studentenfutter und Dattel-Energieballs. Und als Highlight des Tages gibt es zur Belohnung eine Auswahl von neun Abendessen: ein Kokos-Curry, Cilli-sin-Carne, Linsen-Dal, Ramen, Zitronen-Pasta, Linsenbolognese, Couscous, Pilznudeln oder eine Polenta-Pfanne. Die Zutaten sind alle vorgekocht und anschließend dehydriert, ich muss also unterwegs nur Wasser kochen, mein Gericht unterrühren und ziehen lassen. Das spart Gas und es kann nichts anbrennen. Klar die Vorbereitung hat eine gute Woche in Anspruch genommen. Aber wenn man sich überlegt dass ich jetzt 6 Wochen nicht kochen muss ist das eigentlich schon ziemlich effizient:)
Um immer genug Wasser zum trinken und kochen dabei zu haben, nutze ich zwei 2 Liter Beutel aus Kunststoff. Außerdem verwende ich einen Filter um das Wasser unbelastet zu halten. Wir haben im Vorfeld jedes der Gerichte getestet und sie sind echt gut geworden. Ich meine ich freue mich auf jedes der Gerichte, und das ist schon mal viel Wert.
Ausrüstung & Testläufe
Bei einer Solo-Durchquerung muss man Komfort und Sicherheit gegen Gewicht abwägen. Es bringt einem ja am Ende auch nichts wenn man seinen eigenen Rucksack nicht mehr mit Vergnügen tragen kann. Deshalb hat sich in der Szene der Ultraleicht-Ansatz weit verbreitet, teilweise mit sehr spezieller und eben sehr leichter Ausrüstung, es gibt nichts was es nicht gibt. Nur bin ich kein Fan von dem übermäßigen Konsum der Outdoor-Branche, obendrein wenn man die Ausrüstungnur selten benutzt. Also geht das auch anders? Ich habe mir die Herausforderung gestellt alles aus meiner bisherigen, ausgeliehen oder second-hand gekauften Ausrüstung zusammenzustellen. Und es hat tatsächlich geklappt: bis auf meine Trailschuhe und eine Isomatte musste ich nichts neu kaufen. Sicherlich gehen viele meiner Ausrüstungsgegenstände und auch der Minimalismus meiner Packliste in Richtung Ultraleicht. Allerdings sind weder meine 5.5 kg Basisgewicht noch der Fakt, dass ich bis zu 7kg Essen und weitere 4 kg Wasser im Rucksack habe dafür wirklich „tragbar“. Am Ende lande ich also bei einem realen Gewicht von 16.7 kg, inklusive aller Kleidung die ich trage. Ob’s am Ende reicht werden wir sehen. Die gesamte Ausrüstung habe ich in den letzten Monaten in verschiedenen Szenarien getestet, wieder angepasst, nochmal getestet, umgepackt und wieder getestet. Ich bin ziemlich zufrieden wie es jetzt ist, aber ob das Gewicht bei meinem rahmenlosen Rucksack ein Problem wird werde ich wohl erst unterwegs sehen…
Alle fünf bis sieben Tage sollte mich unterwegs ein Paket bei einer der Versorgungspunkte erreichen. Darin sind dann die neuen Karten, Essen, Kaffee und Gas aber auch spezielles Material wie Pickel und Steigeisen, das ich für den nächsten Abschnitt der Strecke benötige. Danke Mama und Papa fürs versenden der Pakete♥️
9 Kommentare zu „Pyrenean Haute Route“
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Lieber Birk, ich wünsche dir eine gute Zeit und freue mich auf deine Erzählungen. Hab dich lieb Mama
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Hallo Birk, ich habe gerade mit Faszination deine/eure Berichte gelesen. Ich wünsche dir für deine Wanderung alles Gute, Erfolg, Glück und immer das richtige Bauchgefühl.Pass’ auf dich auf und ich hoffe auf ein gesundes Wiedersehen, irgendwann mal wieder im Odenwald. Ich drücke dir die Daumen für deine Wanderung und dir und Jessy alles Gute für eure gemeinsamen Pläne. Désirée
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Hallo Birk,
ich bin begeistert von deinem Projekt und deinem Einfallsreichtum was die Planung angeht!
Grüße, Christian -
Hallo Birk,
Ich hoffe, dass du gleich zu Beginn (mit dem Hitzschlag) das Schlimmste erlebt hast und dass du die ganzen Etappen gut hinter dich bringst!
Wir verfolgen deine Berichte ganz gespannt und freuen uns schon dich gesund und munter in der Schweiz wiederzusehen 😘
Blanche, Schniggy und Ellie -
Lieber Birk, ich bewundere deinen Mut und dein Durchhaltevermögen. Ich freue mich auf jedes Update und weiß es sehr zu schätzen, dass du uns an dieser besonderen Reise so persönlich teilhaben lässt. Pass gut auf dich auf, komm gesund zurück und bis ganz bald! ❤️
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Hallo Birk,
Wir hoffen, dass du dein verschollenes Paket gefunden hast und deine Verpflegung gesichert ist😋
Wir drücken dir die Daumen, dass dein Knie nach und nach besser wird und du, wenn möglich ohne Schmerzen, den HRP weiterlaufen kannst!
Wir sind SEHR stolz auf dich 😘
Blanche und Schniggy -
Léiwe Birk,
Wir freuen uns keine (negativen) Neuigkeiten dein Knie betreffend zu lesen und hoffen, dass du jetzt deinen Rhythmus gefunden hast!
Weiterhin viel Spaß und tolle Erlebnisse 😘
Blanche + Schniggy -
Hallo Birk,
Du kannst dir nicht vorstellen wie glücklich wir sind, dass du den HRP (einigermaßen) gut überstanden hast und wir hoffen dass du dich in den nächsten Tagen gut erholen kannst bevor‘s wieder zur Hütte hoch geht!
Wir freuen uns euch bald wiederzusehen 😘
Blanche, Schniggy und Ellie -
Lieber Birk, heute habe ich mir alles von dir über dein HRP Abenteuer durchgelesen. Zeit hätte ich in den letzten Wochen auch gehabt aber mein Mama Herz wollte nicht so richtig deinen Weg live verfolgen. Mit zeitlichem Abstand, kann ich dir meine Bewunderung schreiben.
Ich freue mich für dich, dass du diese Wanderung geschafft und viele Eindrücke und Lebenserfahrung gewonnen hast. Ich bin dankbar, dass du deine Erfahrung mit mir geteilt hast. Habe dich sehr lieb Mama.























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